04.02.2016

Einweihungsfeier des Stationären Familien Clearings in Hermeskeil!

Der Weg führte von Saarbrücken über Nonnweiler (Mariahütte) und nun auch, seit dem 15.10.2014, nach Hermeskeil.

Der Weg führte von Saarbrücken über Nonnweiler (Mariahütte) und nun auch, seit dem 15.10.2014, nach Hermeskeil. Was ursprünglich im Jahr 2008 als Projekt im Margaretenstift unter dem Namen "Familien Clearing" mit Platzmöglichkeit für eine Familie begann, wurde bereits im November 2010 unter dem neuen Namen „Stationäres Familien Clearing“ (SFC) unter der konzeptionellen Führung von Diplom Pädagoge Erhard Zimmer, Leiter des Margaretenstifts,  erweitert. Seit der Eröffnung in Nonnweiler (Mariahütte) im Jahr 2010, etablierte sich bereits nach wenigen Jahren diese komplexe und anspruchsvolle Hilfeform, die auf den konstant ansteigenden Bedarf der Problemlagen der Familien zurückgeführt werden kann. Das Margaretenstift bietet das Stationäre Familien Clearing als eigenständige Hilfe an. In Ergänzung zu anderen Unterstützungsangeboten richtet sich diese Form der Hilfe an Familien, bei denen der Verbleib der Kinder mit den gängigen Jugendhilfemaßnahmen nicht gesichert werden kann. Das Jugendamt als Auftraggeber leitet die familienbezogene Hilfe zur Erziehung ein. Mit Hilfe eines multiprofessionellen Teams, bestehend aus zwei ErzieherInnen, einer Diplom Pädagogin, einer Hebamme, zwei sozialpädagogischen Koordinatorinnen vor Ort sowie einer Diplom Psychologin als Leitung kann das 24 Stundensetting realisiert werden. Auf dessen Grundlage, sowie der steigenden Anfragesituation der Jugendämter aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz und Luxemburg, wurde ein weiterer Standort im Zentrum von Hermeskeil eröffnet. Zwischen sechs Wochen und einem halben Jahr sind die Familien oft mit mehreren Kindern im Stationären Familien Clearing, um gemeinsam mit dem multiprofessionellen Team die Grundlage für ein späteres, dauerhaftes und selbstbestimmtes Leben in einer Familie zu schaffen. Dabei soll der Klärungsprozess möglichst gemeinsam mit den Eltern im Fokus stehen, um das Kindeswohl zu sichern. Über die notwenige Kontrolle wird Vertrauen zu den Eltern aufgebaut, um in einem weiteren Schritt optimale Unterstützungsangebote im Hilfeprozess auszuarbeiten.

Das zweite Stationäre Familien Clearing liegt mitten im Zentrum des Ortes Hermeskeil und verfügt neben einer guten infrastrukturellen Anbindung über ausreichende Angebote zur Gestaltung des alltäglichen Lebens. Der Standort verfügt über drei Kindergärten, verschiedene Schulformen, von der Grundschule bis hin zu weiterführenden Schulen. Eine sehr gute ärztliche Versorgung vor Ort, sowie die Nähe zu Trier tragen dazu bei, die individuellen Bedarfe der Familien optimal zu versorgen. Vorhandene Einkaufsmöglichkeiten, wie Lebensmittel und diverse andere notwendige Dinge, können fußläufig erreicht werden und unterstützen so die alltäglichen Abläufe in der Versorgung der Familien. Die Räumlichkeiten des ehemaligen „Hotel Erbeskopf“ wurden nach umfangreichen Baumaßnahmen zum Stationären Familien Clearing umfunktioniert. Ein wenig lebt der Geist von "Irmchens guter Stube" - wie der Treffpunkt der Hermeskeiler im Hotel Erbeskopf genannt wurde - aus Jahrzehnten des Miteinanders im Zentrum der Hochwaldstadt weiterhin in den Räumen. Das Gebäude, welches aus dem Jahr 1907 stammt,  wurde in seinem Innern von Grund auf den neuen Bedürfnissen angepasst. Um den Charme des beliebten Hotels, das zuvor ein fester Bestandteil des Hermeskeiler Stadtbildes war, zu erhalten, wurden vereinzelte Elemente wie die alte Holztreppe, der Stuck in den ehemaligen Wirtsräumen, sowie die umgebaute Thekenkühlung in das Wohnkonzept des Stationären Familien Clearings integriert. Die Außenfassade des Hotels wurde absichtlich erhalten, das stadtbildprägende Aussehen bleibt somit unverändert.  Heimische Handwerksbetriebe haben eine komplett neue Heizanlage in den drei Stockwerken verlegt, zahlreiche Bäder für Kinder und Erwachsene installiert, Einheiten mit Privatsphäre für junge Familien gebaut, für die das Haus so Herr Zimmer, "eine existenzielle Chance ist, eine Familie bleiben zu können“. Aus dem einstigen Hotel Erbeskopf ist nach einer intensiven Bauphase ein neuer Arbeitsplatz und Ort für Familien entstanden, der am 15.10.2014 von den ersten fünf Familien bezogen wurde. Auf 600 Quadratmeter Wohnfläche verteilen sich einzelne Wohneinheiten mit angrenzenden Bädern, Büros, Gemeinschaftsräumen, wie Esszimmer, Wohnzimmer und Spielzimmer, ein spezielles Kinderbad, eine große Küche sowie eine umfangreiche Freifläche und ein kleiner Garten. Nach einem Jahr der praktischen Arbeit, sowie den ersten erfolgreichen Entlassungen, konnte am 20.11.2015 die feierliche Einweihung des Stationären Familien Clearings stattfinden. Neben den VertreterInnen der ortsansässigen Kooperationspartner und einer Familienrichterin aus Trier,  begrüßte das gesamte Team des Stationären Familien Clearings auch VertreterInnen der Jugendämter der Stadt Trier, des Kreises Trier-Saarburg und des Regionalverbandes Saarbrücken. Selbstverständlich nahmen auch die innewohnenden Eltern mit ihren Kindern teil. Eröffnet wurde die Feierlichkeit von Diplom Psychologin Dagmar Scherer, Direktorin des Geschäftsbereichs der CTS Jugendhilfe, sowie der stellvertretenden Einrichtungsleiterin des Margaretenstifts, Diplom Psychologin Janine Schöppen-Künzl. In beiden Häusern wurde in fünf Jahren mit 119 Familien gearbeitet, davon 100 Familien in Mariahütte und 19 Familien in Hermeskeil. Der von Frau Janine Schöppen-Künzl dargestellte Rückblick lieferte den Gästen einen Überblick zur Arbeit und den Wirkfaktoren des Stationären Familien Clearings. Es fand im Anschluss ein schöner Wortgottesdienst unter Leitung von Pater Aloys Hülskamp statt, der das Margaretenstift langjährig in Trier und im Nordsaarland pastoral begleitet. In seiner besonderen warmherzigen Art konnte er die Gäste beim gemeinsamen Singen zum Mitmachen animieren und im Anschluss segnete er die Räumlichkeiten des Stationären Familien Clearings unter Begleitung der Gäste ein. Ein zusätzliches besonderes Highlight war der Geburtstag eines 5- jährigen Jungen. Gemeinsam sangen alle Anwesenden für ihn ein Geburtstagslied. Der Einrichtungsleiter des Margaretenstifts, Diplom-Pädagoge Erhard Zimmer, der leider nicht persönlich anwesend sein konnte, kreierte ein einzigartiges Kreuz aus selbst gesammelten Wurzelholz, wie in allen Häusern des Margaretenstifts, das in diesem Kontext mit seiner Symbolik im Esszimmer des Hauses seinen Platz gefunden hat. Nachfolgend hatten die Gäste die Gelegenheit das Konzept des Stationären Familien Clearings im Gespräch mit den MitarbeiterInnen näher kennenzulernen. Abgerundet wurden die dargestellten Informationen durch individuelle Führungen, die zu einem Gesamtbild beigetragen haben. Zum Ausklang der Feierlichkeit wurde ein kleiner Imbiss gereicht, der die Einweihungsfeier abrundete.